

Das Buch behandelt die Lebensgeschichte einer katalanischen Frau und ist, entsprechend den größeren Umwälzungen in ihrem Leben, in drei Abschnitte aufgeteilt.
Conxa, geboren als eines von vielen Kindern einer Kleinbauernfamilie in einem kleinen Dorf in den katalanischen Pyrenäen, wird von ihren Eltern zur kinderlosen Tante in ein anderes Dorf gebracht. Sie soll dort bei der vielen mühseligen Arbeit helfen und ersetzt dort die fehlenden Erben. Demütig, klaglos, ruhig und im wahrsten Sinne gefaßt nimmt Conxa alles hin, was ihr das ärmliche, einfache Leben zu bieten hat. Sie hinterfragt keine der Traditionen ihrer Vorfahren, sondern findet sich zufrieden damit zurecht…erst recht, als ihre große und einzige Liebe Jaume in ihr Leben tritt, die beiden heiraten und Kinder bekommen. Ihr macht das karge, ewig gleichbleibende harte Leben nichts aus, solange Jaume ihre wärmende Sonne und innere Freude ist. Jaume muß sein Leben als Zweitgeborener und Nichterbe des bäuerlichen Hofes zwangsläufig anders einrichten: er ist fahrender Handwerker geworden, muß damit seinen Lebensunterhalt verdienen und kommt dadurch viel herum.
Für Conxa lebt Jaume dadurch zeitweise in einer völlig anderen, unsichereren, sich allmählich verändernden Welt, die sie irritiert und zu der sie aus Furcht vor Veränderungen gar keinen Zugang haben möchte. Andererseits ist sie für den umtriebigen und lebensfrohen Jaume wohl eine Art sicherer Ankerplatz, besonders als die Politik in ihr beider Leben einzudringen beginnt. Conxas Ehemann wird als möglicher Revolutionär abgeführt und erschossen und fortan muß Conxa ihre gemeinsamen Kinder alleine weiter großziehen.
Der Bauernhof wirft allerdings nicht genug für alle ab und so müssen Conxas Kinder ihren Lebensunterhalt anders verdienen und wandern mit ihren Ehepartnern einer nach dem anderen ab in die Städte Spaniens. Der Umbruch und Anbruch anderer untraditioneller Lebensweisen ist halt nicht mehr aufzuhalten. Als klar wird, dass keiner der Kinder den Bauernhof erben will und Conxa aber auch nicht alleine im Dorf zurückgelassen werden soll und kann, fügt sich Conxa wieder einmal und zieht mit ihrem Sohn und dessen Familie nach Barcelona, wo sie sich ihren Lebensunterhalt mit Hausmeister-und Pförtnertätigkeiten verdienen.
Der Buchtitel ist nicht nur bezeichnend, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Buch und zeigt, wie es vielen Menschen - nicht nur im ärmlichen Katalanien - im Leben ging und geht. Beim Lesen dieser wenigen, aber ehrlich, schnörkellosen und gerade dadurch wohl sehr eindringlich und berührenden Seiten kam ich persönlich mir wieder zeitversetzt vor in die Jahre meiner eigenen Kindheit, wo mir meine Oma und meine Mutter erzählten, wie es früher war und ich frage mich, ob ich mich an dieses Buch erinnern werde, wenn ich meinen eigenen Enkelkindern dereinst aus meiner Zeit erzählen werde.
Denn, was ist man im Leben allzu oft anderes als ein kleiner Stein im Geröll?
Geschrieben von: Iris Hoffmann







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