Ann Granger wagt sich nach Abschluss ihrer Mitchell & Markby-Reihe an etwas anderes, diesmal einen historischen Krimi, angesiedelt in London 1864. Die junge Lizzie Martin tritt bei ihrer Tante in London eine Stelle als Gesellschafterin an und erfährt, dass ihre Vorgängerin dort spurlos verschwunden ist. Sie beginnt „herumzuschnüffeln“ und trifft dabei auf einen Bekannten aus Kindertagen, Inspector Benjamin Ross. Gemeinsam lösen sie den Fall und finden den Mörder, so weit so gut.
Der „Fall“ an sich ist nicht wirklich spektakulär, zumal die Ermittlungsmöglichkeiten vor knapp 150 Jahren so gar nicht den heutigen entsprechen. Aber allein die Atmosphäre, die Ann Granger schafft, versetzt den Leser in eine lebendige Vergangenheit. Wer kann sich heute noch vorstellen, dass es den Beruf der Gesellschafterin gab und welche „Aufgaben“ er beinhaltete? Wie eingeschränkt Frauen in ihren Bewegungsmöglichkeiten waren oder wie es war, in einer Kohlemine zu schuften?
Lizzie Martin und Benjamin Ross sind durchweg sympathisch und nebenbei tauchen weitere fein gezeichnete Figuren auf, die die Geschichte lebendig machen. Sicher ist der Schreibstil nicht übermäßig ausgefeilt, aber das macht das ganze Buch zu einem angenehmen, kurzweiligen Lesevergnügen, bei dem man nebenbei noch eine Menge über das Leben in früheren Zeiten erfährt.
Geschrieben von:
Eva







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