Ursel Schefflers Kinderroman handelt von Hexen, Zauberern, des Teufels Großmutter, der Hölle an sich und unserer heutigen modernen Gesellschaft.
Als ich dieses Kinderbuch las, hatte ich keinerlei Erwartungshaltung an den Inhalt. Das Buchcover zog mich an, weil es recht farbenfroh und lustig wirkte und außer einer guten Vorlesegeschichte erwartete ich eigentlich nichts.
Die Story selbst ist denn auch schnell erzählt:
Des Teufels Großmutter, kurz auch DTG genannt, ist sehr erbost über den - aus ihrer Sicht - allgemeinen Sittenverfall in der Welt und besonders ihrer Untergebenen, den Hexen und Zauberern.
Aus ihrer Sicht vollziehen sich merkwürdige Wandlungen und Gut und Böse sind nicht mehr das, was sie früher mal waren und schon gar nicht mehr schön streng voneinander unterscheidbar.
Einerseits sorgen die Menschen selber durch ihr eigenes Verhalten immer mehr dafür, dass Unheil in der Welt herrscht und ihre eigene Armee an Hexen und Zauberern bewirken durch ihre Arbeit eher Gutes. Mit solch einer verdrehten Welt kann sich DTG einfach nicht abfinden und will, dass wieder Ordnung herrscht auf der Erde.
Besondere Probleme bereiten ihr 3 aufmüpfige junge Hexen mit eigenen Wertevorstellungen und ein Zaubererkongress, der gerade am Nil stattfindet.
DTG sendet also ihren besten Agenten Hans Magnus von Orkus aus, der zunächst die Zauberer am Nil wieder auf die Ziele des Teufels einschwören soll, dafür sorgen, dass die Zauberer ihren Schatten - ohne den sie kein Gewissen mehr haben - endgültig abgeben. Danach soll er eine Einsatztruppe zusammenstellen, deren Aufgabe es ist, die 3 abtrünnig werdenden Hexen zu jagen und zum Zwecke einer Nachschulung in die Hölle zu verschleppen.
Die 3 Hexen, Flora Rosenbloom, Gärtnerin aus Leidenschaft ohne Chemie und Pestizide, Henna Rubinstein, sehr begabte Friseuse ohne Zuhilfenahme von Chemikalien und Lilli Blau, ehemals Leiterin eines Reisebüros für Katastrophen-Tourismus, sind gerade auf dem Weg nach Amerika, um mit ihren Hexenfreundinnen in Salem das Halloweenfest zu feiern, ihre Mit-Hexen vor den Machenschaften DTGs zu warnen und um ihre Unterstützung zu bitten.
Ob es ihnen gelingt, werde ich natürlich nicht verraten, um die Leser nicht um das eigene Lesevergnügen zu bringen, denn den werden sie haben. Geeignet ist das Buch gleichermaßen für Kinder und vorlesende Erwachsene, denn Kinder werden bei dem flotten Abenteuer und Erwachsene bei den vielen Bonmots, Anspielungen und Wortspielereien ihren Spaß haben…und nicht zuletzt beim gemeinsamen Rätselraten, was man denn nun unter Gut und Böse eigentlich wohl zu verstehen hat.
Iris Hoffmann








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