Thomas Finn hat mit seiner Wächter-Trilogie wieder einmal einmal bewiesen, dass Fantasy-Romane mehr sind als ganz nette Märchen für Kinder- und Jugendliche und ein gutes, spannendes, intelligent geschriebenes Buch weder vor Blut triefen noch dem Leser die gesamte Weisheit der Welt staubtrocken und belehrend um die Ohren hauen muß. Es gibt auch eine facettenreiche Vielfalt an excellenten Büchern dazwischen und Thomas Finn ist ein Autor, dem man gern zuhört.
Worum geht es bei seiner neuen Trilogie?
Schauplatz der ganzen Geschichte ist diesmal eine italienisch anmutende Gegend und ein mittelalterlich angehauchtes Ambiente mit einigen fantastischen und magischen Attributen und Wesen.
Im ersten Band “Der letzte Paladin” lernen wir den 17-jährigen Fabio kennen. Derzeit ist er noch der Knappe von Ludovico, einem Paladin vom Orden der Morgenröte. Fabio steht selbst kurz vor dem Ende seiner Ausbildung als Paladin und der Aufnahme in den Orden und kann es natürlich wie alle jungen Helden kaum erwarten, sich die Sporen des Ruhms und der Ehre zu verdienen. Dazu kommt es allerdings schneller als gedacht und ihm lieb ist.
Zusammen mit seinem Herrn soll Fabio die junge Celeste da Vontafei von ihres Vaters Burg zum geheimnisvollen Orden der Sternenmystikerinnen nach Stella Tiberia beschützend geleiten, damit die junge Dame dort Aufnahme im Orden findet und ihre eigene Ausbildung vervollständigt. Da man auf der Anreise zur Burg Spuren von Goblins gefunden hatte und Fabios Herr für die weitere geplante Reise auf Nummer Sicher gehen will, reitet er zur Erkundung des Geländes mit einigen wehrhaften Männern aus, während Fabio in der Burg zurückbleibt. Dem ist das durchaus recht, denn er hat sich auf Anhieb in die hübsche Celeste verliebt und möchte ihr natürlich imponieren. Allzu schnell bekommt er auch Gelegenheit dazu, denn der Erkundungstrupp gerät in einen Hinterhalt und die Burg ihres Vaters wird von Goblins überfallen.
Nur mit Müh und Not gelingt es den beiden Jugendlichen, Arcimboldo und Sylvana, Gäste von Celestes Vater, und ein paar Gnomen durch einen geheimen Tunnel zu entfliehen. Von seinem Herrn getrennt, fällt also nun Fabio als angehender Paladin die Aufgabe zu, die kleine Gruppe schützend in Sicherheit zu bringen. Was gar nicht so einfach ist, denn die kleine Gruppe muß sich erstmal ziemlich zusammenraufen, um an einem Strang zu ziehen.
Allerdings müssen sie erkennen, dass die Goblins offenbar nur das kleinere Übel waren. Der Erzstellar Astronos, einst gefangengenommen, hat wieder an Macht gewonnen und die Lagunenstadt Venezia ist bei ihrer Ankunft längst von seinen Anhängern infiltriert.
Astronos selbst soll durch dunkle Magie befreit und gemeinsam mit seinen furchtbaren Verbündeten, den Sternenvampiren, auf die Erde geholt werden, um dort die Macht zu übernehmen.
Ein Seher hat diese Rückkehr des Bösen vor langer Zeit vorausgesehen und Hinweise darauf in 5 Uhren eingraviert. Auch, wie man die Machtergreifung verhindern könnte, soll der Seher dort verewigt haben. Der Fall ist also klar: Fabio und seine Mitstreiter müssen die Uhren finden und dabei Rätsel lösen, mit viel Geschick vorgehen und oft auf fast verlorenem Posten kämpfen, denn auch in den eigenen Reihen gibt es schon Verräter.
Es mag vielleicht dem Autor selbst sogar nicht ganz recht sein, aber ich persönlich würde den in Hamburg lebenden Autoren Thomas Finn vom Ideenreichtum her durchaus als deutschen Neil Gaiman bezeichnen. Seine Romane sind mit viel Liebe zum Detail geschrieben, seine Protagonisten keine Übermenschen, die Geschichte selbst nicht vorhersehbar. Frische Ideen reihen sich farbenfroh in bewährte Fantasyelemente ein und heraus kommt bei ihm immer ein spannender, äußerst unterhaltsamer, fesselnder, lesenswerter Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen mag, bevor man ihn durchgelesen hat.
Iris Hoffmann








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