Gott, Aids, Afrika
Jeden Tag hören wir von Unsummen, die für die Bekämpfung des internationalen Terrorismus einkalkuliert und ausgegeben werden – es handelt sich dabei um hunderte Milliarden Euro. Wird hingegen angefragt, um die tödlichste Epidemie der Neuzeit bekämpfen zu können, werden Länder wie Organisationen verwiesen und vertröstet.
Gott, Aids, Afrika. Eine Streitschrift.“ ist exakt das, was der Titel verspricht: Eine Anklage und eine tief schürfende Diskussion um die Rolle der katholischen Kirche und der am meisten betroffenen Staaten Afrikas. Lediglich Gott kommt bei der Streitschrift ganz gut weg.
Das Buch möchte dem Leser die Tragweite der heutigen Ausbreitung des HI-Virus vor Augen führen. Es geht dabei nicht um ‚die anderen’, es geht um ‚uns’. Im christlichen wie im globalen Sinne – nicht die eine Hälfte der Erdbevölkerung steht vor einem gesundheitlichen, volkswirtschaftlichen und nicht zuletzt ethischen Problem, sondern die gesamte Menschheit.
Der katholischen Kirche wird vorgeworfen, mit ihrer rigiden Ablehnung des Gebrauches von Kondomen zu einer deutlichen Ausbreitung von Aids beigetragen zu haben. Die beiden Co-Autoren Bartholomäus Grill und Stefan Hippler richten Ihre Zeilen daher auch ganz gezielt Richtung Vatikan. Genauer gesagt haben sie diese Streitschrift verfasst, in der Hoffnung, die Kirchenoberhäupter und nicht zuletzt den Papst selbst zu einer Annäherung an die Realität zu zwingen. In der Hoffnung auf einer Reform der rigiden Verhütungspolitik der Kirche enthält es übrigens ein vielsagendes Abschlusskapitel mit der Überschrift: ‚Und sie bewegt sich doch?’. Dies ist ein wichtiges Buch, ein wertvolles Buch!
Geschrieben von: Jutta Schönefelder







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