Dieser Roman beruht auf einer wahren Begebenheit, basiert nach eigener Aussage des Autors auf der im Jahre 1824 erschienenen Biographie „A Narrative Of The Life Of Mrs. Mary Jemison“. und ist ein perfekter Roman für alle, die an vernünftigem menschlichen Zusammenleben interessiert sind. Rainer Maria Schröder schrieb diesen Roman zwar für Jugendliche, aber ich denke, auch Erwachsenen wird es nicht schaden, sich diese Geschichte mal durch zu lesen und ein wenig darüber nachzudenken.
Worum geht es?
1758 überfielen Shawanee-Krieger zusammen mit ein paar Franzosen die Farm der Siedler-Familie Jemison, die im Grenzland zum Indianergebiet lag und entführten fast die gesamte Familie. Mary Jemison, damals etwa 13 Jahre alt, imponierte den Indianern durch ihre Widerstandsfähigkeit auf ihrem Gewaltmarsch zurück in das Indianergebiet, sodass sie das Mädchen am Leben ließen und zwei Frauen der Seneca überließen, quasi als Ersatz für deren vor kurzem verstorbenen Bruder.
Obwohl Mary ihrer Mutter geschworen hatte, ihr Volk und ihre Sprache nicht zu vergessen, lebte diese Frau - wie übrigens einige Weisse - fast 70 Jahre mit diesem Irokesenstamm unter ihrem angenommenen Indianernamen im “Land der Fallenden Wasser”, das ihr nicht nur zu einer neuen Heimat wurde, sondern das sie auch im Laufe der Jahre durch Überzeugung nicht mehr verlassen wollte.
Ohne dem eigenen Lesen des Romans und dem eigenen Nachdenken des Lesers zu sehr vorgreifen zu wollen, kann ich nur sagen, dass mir persönlich nicht nur Mary Jemison tiefsten Respekt abnötigt, sondern die Art und Weise, wie die Irokesen ihre Welt sahen, welche Gesellschaftsform sie versuchten zu leben, wie sie vor allem mit ihren Kindern umgingen und welchen ewigen Traum sie hatten.
Nach Beendigung des Romans habe ICH mich auf jeden Fall gefragt, woher wir angeblich so hochzivilisierte Menschen überhaupt das Recht nehmen, uns so zu nennen?!
Absolut empfehlenswerte Lektüre!
Iris Hoffmann








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