Mit „Null.“ ist A. Fawer auf Anhieb ein Beststeller gelungen. Der deutsche Titel ist zunächst nicht sehr aussagekräftig. Der Originaltitel: „Improbable“ , übersetzt mit „unwahrscheinlich“, bringt einen schon eher auf die richtige Spur. Denn die Wahrscheinlichkeit und ihre Berechnung sowie „was verstehen wir unter unserer Wirklichkeit“ sind die Themen, die das Leben der Hauptfigur David Caine beherrschen. David leidet an Spielsucht und er kann seine Gewinnchancen in Sekundenschnelle berechnen. Die Null mit dem Punkt dahinter im Titel, steht damit für ihn und seine Leidenschaft, da er die Bedeutung ihres Stellenwerts kennt. Zudem leidet Caine an einer derzeit noch nicht mit Medikamenten therapierbaren Form von Epilepsie. Eine Folge davon ist das Auftreten von Halluzinationen. Sein Zwillingsbruder leidet dagegen an Schizophrenie und hat Wahnvorstellungen.
Richtig spannend und damit erst zum Thriller wird dieses Buch durch die enorme Action, die gleich zu Beginn des Buches durch Caines Fehleinschätzung beim Pokerspiel ausgelöst wird. Spielschulden sind bekanntlich Ehrenschulden, aber um sie begleichen zu können, muss ein Mensch manchmal wirklich sehr gefährliche und ungewöhnliche Abenteuer bestehen. Zumal, wenn ihn eine Erkrankung einschränkt. Schließlich geht es hier von Anfang an um Geld, Verstand und Leben.
Aber, nicht nur, dass Fawer sich einzigartige Actionszenen einfallen ließ und diese, wenn auch blutig detailiert beschreibt, so bringt er es zudem noch fertig in einem unglaublichen Kontrastprogramm Mathematik und Physik mit Spannung abwechslungsreich zu kombinieren. Selbst ruhig geschriebene Abschnitte werden nicht langweilig.
So findet man sich beim Pokerspiel unter Profis, dann wieder in einer Vorlesung über Wahrscheinlichkeitsberechnung, der man in leicht verständlicher Sprache folgen kann, um gleich wieder in einer rasanten Verfolgungsjagden und dann wieder bei einem wissenschaftlichen Gehirnexperiment mit dabei zu sein. So scheinbar ganz nebenbei bekommt der Leser fundiertes Wissen über Quantenphysik und Relativitätstheorie vermittelt, die sogar vor der Idee des Vorhandenseins von Parallelwelten nicht halt macht.
Nur für Liebe und Romantik ist in diesem Thriller kein Platz und das ist auch gut so.
Geschrieben von:
Brigitte Gleim








Kommentar schreiben