Der Roman „Lucian” von Isabel Abedi ist eigentlich für jugendliche Leser geschrieben und im Fantasy¬, Mystery-Bereich angesiedelt, dürfte aber ebenso auch für alle Erwachsenen interessant sein, denn die mittlerweile etablierte Autorin schreibt einfach zu gut, um übersehen zu werden.
Worum geht es ?
Rebecca verbringt mit ihrer Mutter Janne und deren Lebensgefährtin Patrizia einen wunderschönen Abend, erleidet allerdings in der Nacht darauf einen verstörenden Albtraum, denn sie träumt von ihrem eigenen Tod. Beunruhigt findet sie daraufhin natürlich nicht sofort wieder Schlaf, sondern schaut aus ihrem Fenster, vor dem sie einen jungen Mann stehen sieht. Lucian, wie er sich selber nennt, der nicht weiß, wer er ist, woher er kommt und dem sie ab sofort immer wieder begegnet und der sich von ihr genau so unerklärlich angezogen fühlt wie sie sich von ihm.
Rebecca führte bis dato ein recht normales Leben eines Teenagers, geht zur Schule, jobbt ab und an als Kellnerin, hat sich gerade von ihrem Freund Sebastian getrennt, kommuniziert völlig normal mit nervigen Lehrern, ihren Freunden und ihrer besten Freundin Suse und hat zu ihrer Mutter Janne, einer Psychologin, und deren Lebensgefährtin Patrizia Spatz, einer Künstlerin, ein entspanntes, intensives Verhältnis.
Das ändert sich allerdings durch Lucians Auftauchen und ganz allmählich — wie durch die zarte Berührung einer Feder ausgelöst — beginnt die Geschichte fantastisch, teilweise etwas bedrohlich, immer aber spannend und mysteriös zu werden. Lucian kennt Begebenheiten aus Rebeccas Leben, die er eigentlich gar nicht wissen können kann und übt auch sonst einen geheimnisvollen Reiz auf Rebecca aus, dem sie sich nicht entziehen kann und will. Mehr soll, um der Spannung willen, nicht vorweg genommen werden.
Isabel Abedi spricht mit ihrem Roman mit Sicherheit Jugendliche und da im Besonderen junge Mädchen an und man merkt als Leser, dass man es mit einer Autorin zu tun hat, die eine Könnerin ist. Lucian ist nicht nur ein fantastisches Buch mit einer spannenden Geschichte, sondern der Autorin gelingt es, starke Gefühle wie Freundschaft und Liebe nachvollziehbar und miterlebbar zu beschreiben. Ihre Protagonisten sind glaubhaft und lebendig gezeichnet und ich denke, dass sie sich wunderbar in die Gefühls-und Seelenwelt junger Mädchen einfühlen kann.
Lesenswert.
Iris Hoffmann








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