
Der archäologisch interessierte John Kenton, offenbar Geldgeber einer Ausgrabungsstätte in Babylon, erholt sich gerade von einer Kriegsverletzung, als er vom Leiter der Ausgrabung einen ominösen Steinblock erhält, den dieser entdeckt hat. Als Kenton ihn näher untersuchen will, öffnet dieser sich durch magische Weise (warum er das nicht vorher schon tat…nun, wir werden es wohl nie erfahren…vermuten wir halt einfach mal, der Felsblock habe eben nur auf Mr. Right gewartet) und ein kunstvoll aus kostbarsten Edelsteinen gefertigtes Schiff mit winzig kleinen Figürchen darauf kommt ans Licht, dass John Kenton natürlich sofort quasi einsaugt. (Gullivers Reisen lässt grüßen!)
Auf dem Schiff befinden sich, streng getrennt natürlich wie sich das gehört, Priesterinnen und Priester von guten Göttern und bösen Göttern, die seit ewigen Zeiten gegeneinander kämpfen und deren Oberpriester nur durch deren unendliche, unzerstörbare Liebe zwar ihr körperliches Jammertal hinter sich gelassen haben…sprich: sie starben halt bei ihrer Vereinigung…aber irgendwo im Nirvana auf ewig als leuchtende Flamme vereint sind… *seufz*
Unser Held hat es also derzeit auf dem Schiff offenbar in Form von der Priesterin Sharane und ihrem Gegenspieler Klaneth mit der zweiten Garnitur zu tun, die ihrerseits ab und an als Gefäß für die eigentlichen Götter dienen und sich…wie könnte es anders sein… ewig bekämpfen. Warum sie das nicht eigentlich selbst tun, versteht eh kein Mensch.
Aber halt, dafür ist ja auch unser anfangs eher schmächtig beschriebene Held John vorgesehen, der Sharane, die sich mit ihrem Bonsai-Gärtchen, das sich auf dem guten, weißen Teil des Schiffes, zur Erquickung der Seele, komplett ausgestattet natürlich mit süß zwitschernden Vögelein (nein, nicht die Hilfspriesterinnen sind gemeint…NOCH nicht!) angelegt ist, offensichtlich langsam langweilt, beherrschen…ups, sorry, retten will, kaum, dass er ihrer ansichtig wird. Nun ja, wahrscheinlich hat die Gute eine süße Nase.
Die sträubt sich anfangs natürlich. Logisch, wer glaubt auch schon einem Irren, der behauptet, aus der Zukunft zu kommen und keineswegs aussieht wie ein Adonis? So was schickt man erstmal zur Bewährung auf die dunkle Seite der Macht, damit er sich in Bruce Willis Manier bewähren kann. Was der dann natürlich auch tut. Im ersten Anlauf verteidigt er sich denn auch wie ein kampferprobter Berserker und tötet drei seiner Gegner…wir erinnern uns: der Mann erholt sich von einer Kriegsverwundung! War ihm da doch tatsächlich ein Fingernagel abgebrochen, oder wie?…wird aber dennoch vom dunklen Oberpriester überwältigt und zum Galeerensklaven verdonnert.
Dort lernt er dann zum Glück allerdings Leidensgenossen, allen voran den Wikinger Sigurd, kennen und freundet sich mit ihm an und hat dann folgerichtig ja auch schon seine Streitmacht gegen das Erzböse im Kasten. Die paar unwesentlichen Hindernisse wie Ketten, böse Zauberei usw. stählen unserem Helden ja nur seine Muskeln, weswegen Sharane ihn dann zum guten Schluß natürlich auch als Liebhaber akzeptiert.
Fazit: Nackenbeisser der seichten, schmalztriefenden Art gab’s auch schon vor diesen unsäglichen Vampir-Nachahmern, Historicals etc. und manche hormongesteuerten Träume von manchen Männern und wohl auch Frauen ändern sich offensichtlich nie, sie wurden nur von so manchem Schreiberling wie z.B. Abraham Merritt – zumindest in diesem Roman, der ganz sicher auch der einzige bleiben wird, den ich von dem Autor gelesen habe – anders verbrämt als heute.
Zum Abgewöhnen!
Geschrieben von: Iris Hoffmann







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