Bevor dieser Winter zu Ende geht, noch schnell eine Buchvorstellung für das erste Lesealter, vorlesende Eltern, Omas und Opas:
Das Buch von Hans Peterson las ich schon meinen Kindern vor und hoffe, es auch noch Enkeln irgendwann vorlesen zu können, denn es ist wunderschön und fast schon ein Kinderbuch-Klassiker, den man sich nicht entgehen lassen sollte, gerade weil er von völlig normalem Familienleben erzählt und Aktivitäten für und von Kindern und Erwachsenen, die in unserem schnellebigen Technikzeitalter schon fast vergessen zu sein scheinen, zumindest in unseren zivilisierten Städten, wo wir gewohnt sind, alles sofort und gleich ohne große Anstrengung zu bekommen.
Aber kurz zum Inhalt:
Timo lebt mit seinen Eltern und zwei älteren Schwestern in einem Haus mitten in einem Wald in Småland, Südschweden. Sein Vater ist Waldbauer und die Familie lebt dort, wo der Vater arbeitet, sie haben auch ein paar Tiere und die Kinder werden wie viele andere Kinder jeden Tag vom Schulbus in den nächsten Ort zur Schule gefahren und auch wieder abgeholt. Südschweden ist eben nicht besonders dicht besiedelt, auch heute noch nicht. Und wenn dann ein richtig heftiger Schneesturm kommt, sind kleine Gehöfte und Siedlungen auch schon mal völlig abgeschlossen von der Umwelt.
Und genau das passiert bei Timo. Zunächst kommt noch der Schneepflug und macht den Weg frei für den Schulbus, so dass die Kinder noch zur Schule kommen. Aber es schneit immer weiter, die Schneeverwehungen werden immer höher, sodass die Lehrerin beschließt, ein Kind persönlich nach Hause zu bringen, aus Angst, es passiere ihm sonst etwas im schon tiefverschneiten Wald. Alle anderen Kinder bringt der Schulbus noch nach Hause, aber es wird schon klar, dass am nächsten Tag die Schule ausfallen wird, weil selbst der Schneepflug nur noch unter großer Mühe ins Waldgebiet kommt.
Und tatsächlich bleiben nacheinander alle Autos, die in der Nähe von Timos Elternhaus auf der Strasse durch den Wald vorbeifahren wollten, stecken und die frierenden Insassen suchen Zuflucht bei der Familie. Dabei ist auch ein Junge, Rune genannt, der mit Timo gleich Freundschaft schließt. Aber es werden immer mehr Leute, die nicht mehr mit ihren autos weiter können und bei der Familie Unterschlupf suchen. Matratzen werden auf den Boden gelegt, ja, sogar aus Stroh werden Lagerstätten gebaut, damit alle einigermaßen bequem schlafen können. Timos Mutter ist die ganze Zeit am Kochen, um alle zu verpflegen, aber das Essen wird vorsichtig rationiert, denn es ist ja nicht abzusehen, wie lange die Witterung anhalten wird und wie lange man nicht ins nächste Dorf kann um einzukaufen.
Timos Vater nimmt es schließlich auf sich, mit Skiern in den Ort zu fahren, ein paar fehlende Lebensmittel zu besorgen und zum Postamt zu fahren, um die Angehörigen ihrer unfreiwilligen Gäste zu benachrichtigen. Timo und Rune begleiten ihn, wobei Rune das erste Mal überhaupt auf Skiern steht.
Die Jungen besuchen auch Timos Lehrerin frau Bergmann, erfahren aber erschrocken von deren Mutter, dass diese noch gar nicht nach Hause gekommen sei, nachdem sie Timos Mitschülerin Agda nach Hause gebracht hatte. Schnell versorgen die Jungs die schon gebrechlicherer alte Dame noch mit ausreichend Brennholz und starten mit Timos Vater sofort eine Suchaktion im Wald. Und tatsächlich finden sie Frau Bergmann arg verfroren, aber zum Glück unversehrt in einem höhlenartigen Unterstand, den die Kinder im Sommer gebaut hatten und der ihr bei dem Schneesturm jetzt gute Dienste leistete.
Zu guter Letzt hört es nun auch endlich auf zu schneien, der Schneepflug kann wieder eingesetzt werden und die unfreiwilligen Gäste von Timos Familie ihre Reise weiter fortsetzen. Und Timo sah seine Mutter zum ersten Mal in seinem Leben mitten am Tag nach der Abreise der Gäste schlafen gehen. Nur Rune darf noch eine Woche bei Timos Familie bleiben, da die beiden Jungs sich so gut angefreundet haben und Runes Eltern wollen ihn auf ihrem Heimweg dann wieder abholen.
Ein sehr empfehlenswertes Buch, das ohne erhobenen Zeigefinger und moralisches Psycho-Brimborium viel über Mitmenschlichkeit, Zusammenhalt und einfaches Leben zu erzählen weiß.
Lesens- und vorlesenswert.
Iris Hoffmann








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