Dieser Buch-Klassiker von Frances H. Burnett, aus deren Feder auch das noch bekanntere Buch “Der kleine Lord” stammt, behandelt Themen, die auch heute noch hochaktuell sind und es in Zukunft vielleicht noch viel mehr sein werden.
Doch zunächst kurz zum Inhalt:
Nach dem frühen Tod durch eine Cholera-Epidemie ihrer Eltern in Indien, die Mary zum Glück überlebt hat, wird das Mädchen zu ihrem Onkel, Mr. Craven, ihrem einzigen noch lebenden erwachsenen Verwandten, in dessen düsteres Herrenhaus Misslethwaite in England geschickt. Doch dieser kommt absolut nicht über den Tod seiner über alles geliebten Frau hinweg und vegetiert im Grunde nur vor sich hin, betreut nur von dem Gärtner Dickon, dem Hausmädchen Martha und der Haushälterin Mrs. Medlock, völlig abgekapselt in dem riesigen Anwesen.
Mary bekommt strenge Verhaltensmaßregeln von der Haushälterin, darf den Hausherrn nicht stören, ja, wird im Grunde nur einfach mit dem Lebensnotwendigen versorgt und sich ansonsten selbst überlassen. Des öfteren hört sie Schreie und Weinen im Haus und versucht auf eigene Faust, der Ursache davon auf den Grund zu gehen. Auf ihren Erkundungstouren durch das riesige Haus entdeckt sie Colin, ihren Cousin, den man völlig verzärtelt und regelrecht weggesperrt hat und der nun selbst glaubt, er sei ein Krüppel. Colin liegt in abgedunkelten Räumen, wird von seinem Vater seit dem Tod der Mutter nicht wahr genommen und schwankt nun selbst ständig zwischen unbändiger, aber hilfloser Wut über seine angeblich unheilbare Krankheit und tiefstem Selbstmitleid hin und her. Als Mary ihn entdeckt, reagiert er abweisend, altklug und arrogant.
Doch ein Mensch in diesem totgesagten Haus kümmert sich um Mary. Das Hausmädchen Martha, zu dem die Kleine allmählich Vertrauen faßt, erzählt ihr von den wunderschönen Gärten, die das Anwesen umgeben und schickt sie nach draußen an die frische Luft, um diese zu erkunden und zu spielen. Nur von einem Teil der Gärten schweigt auch sie, dem Garten der verstorbenen Ehefrau von Mr. Craven, zu dem nach ihrem Tod niemandem Zugang erlaubt ist.
Durch einen märchenhaft anmutetenden Zufall in Gestalt eines Rotkelchens findet Mary allerdings den Schlüssel zu diesem geheimen Mittelpunkt aller tragischen Geheimnisse von Misslethwaite und macht den völlig vernachlässigten Garten mit Hilfe des Gärtners Dickon ganz langsam wieder flott. Die Arbeit an der frischen Luft und das Finden einer lohnenswerten Aufgabe für sich bewirkt, dass das Mädchen selbst an Körper und Seele allmählich gesundet und so erhält sie auch die Kraft, um ihren Cousin und ihren Onkel ebenfalls wieder ins Leben zurück zu ziehen.
Der Roman ist von der Schriftstellerin zwar im 19. Jahrhundert angesiedelt, aber seine zarten und liebevoll metaphorisch umgesetzten Botschaften nichts destotrotz gerade in unserer heutigen Zeit gewiß nicht veraltet.
Vielleicht ein gutes Geschenk, um es Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der vor uns liegenden, die ja als die besinnlichste gilt, mal wieder zum Lesen und Nachdenken an zu empfehlen oder auf den Gabentisch zu legen.
Iris Hoffmann








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