„Die Fehde der Königinnen“, ein historischer Roman, entführt den Leser in Welt der Goten und Franken im 6. Jahrhundert nach Christus.
Brunichild, eine westgotische Königstochter, soll aus strategischen Gründen mit Sigibert, dem König der Franken verheiratet werden. Obwohl sie sich zu Beginn entschieden gegen den Gedanken wehrt, ihr Zuhause und vor allem ihre Schwester zu verlassen, fügt sie sich in ihr Schicksal und tritt die lange Reise von Toledo in das Land der Franken, ihr zukünftiges Königreich, an. Sie geht die Ehe mit Sigibert ein und findet mehr und mehr Gefallen an ihrem neuen Status und dem damit verbundenen Einfluss.
Neben diesem Handlungsstrang verfolgt der Roman noch einen weiteren, die Geschichte um Wittiges, einem jungen, verarmten Adligen. Dieser gelangt nach Toledo und verliebt sich auf den ersten Blick in Brunichild. Sein Leben und Schicksal sind fortan mit dem der zukünftigen Königin verknüpft. Doch wie weit wird er für seine Liebe gehen? Wird er sein Land und seinen König verraten?
„Die Fehde der Königinnen“ ist ein gelungener historischer Roman. Eva Maaser gelingt es, beinahe über den gesamten Roman die Spannung aufrecht zu erhalten, auch wenn die letzten 60 Seiten unnötige Längen aufweisen und aufgrund von zu spontanen Entwicklungen sehr konstruiert wirken.
Insgesamt ist der Erzählstil jedoch sehr flüssig. Figuren und Schauplätze werden sehr plastisch und eindringlich beschrieben. Vor allem die Figur der Brunichild und der Aletha, einer ihrer Kammerfrauen, sind sehr gelungen und illustrieren ein eindrucksvolles Bild weiblicher Stärke und Emanzipation.
Die eigentliche Fehde und die damit verbundene historische Anspielung auf das Nibelungenlied werden jedoch nur am Rande entfaltet. Fredegund, die Widersacherin Brunichilds, tritt erst in der Mitte des Romans auf und bleibt eine oberflächliche Randfigur, die zu klischeehaft gestaltet ist. Der Grund für den Streit beider Frauen wird zudem erst im letzten Kapitel motiviert. Dies mag der einzige Makel des Romans sein, wobei es sicherlich möglich ist, dass die Autorin eine weiteren Roman geplant hat, der die restlichen Handlungsstränge und vor allem die eigentliche Fehde weiter ausarbeitet.
Wenn man den mehr als unglücklich gewählten und damit auch irreführenden Titel sowie Klappentext außer Acht lässt, erwartet den Leser ein spannender Roman voll von großen Gefühlen, Intrigen, Leidenschaft und Figuren, die ans Herz wachsen.
Geschrieben von:
Marlene









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