Douglas Adams hat mit „Der lange Fünfuhrtee der Seele“ wieder einmal ein Meisterwerk seines britischen Humors abgeliefert.
Zum Inhalt: Am Londoner Flughafen Heathrow wartet Kate Schechter darauf, dass sie sich für ihren Flug nach Norwegen einchecken kann. Als sie kurz darauf im Krankenhaus aufwacht und erfährt, dass ihr Abfertigungsschalter sich komplett in buchstäblich heißer Luft aufgelöst hat, lautet die Presseerklärung der Flughafenleitung: „Explosion durch einen Akt der höheren Gewalt“.
Die höhere Gewalt entpuppt sich später als der jähzornige altnordische Donnergott Thor, der ebenfalls einen Flug buchen wollte, aber nicht an der Schalterangestellten, die sich konsequent an die Vorschriften hielt und partout ein Flugticket und/oder Kreditkarte von ihm verlangte, vorbei durfte.
Da kann halt auch ein Unsterblicher schon mal etwas sauer werden.
Privatdetektiv Dirk Gently, in Gedanken noch völlig beschäftigt mit seinem existentiellen und mittlerweile rituellen Streit mit seiner Putzfrau, die sich beharrlich weigert, Gentlys Kühlschrank, dessen Inhalt schon langsam wieder lebendig wird, zu entsorgen, ist derweil in London unterwegs zu einem neuen Mandanten, zu dem er leider doch etwas zu spät kommt, da jener mittlerweile völlig kopflos im Sessel sitzt, während sich sein Haupt auf einem Schallplattenteller dreht, auf der sich gerade die Schallplatte, “Heb es nicht auf, laß es liegen” befindet. Die Polizei geht selbstverständlich erst einmal von Selbstmord aus.
Diese beiden verrückten Handlungsstränge der Geschichte von Kate und Dirk werden durch eine Reihe völlig unglaublicher, chaotischer Zufälle zusammengeführt und gemeinsam machen sich nun an die Aufklärung des Todes von Dirks Mandanten und der Explosion am Flughafen. Sie finden heraus, dass Thor und dessen Vater Odin, der in einer psychiatrischen Klinik lebt, da er eine unstillbare Sucht nach Bettwäsche aus Leinen entwickelt hat, in die Sache verwickelt sind. Kate muss fürderhin dem kindischen und cholerisch veranlagten Donnergott Manieren beibringen, während Gently versucht hinter das Geheimnis um den Tod seines Mandanten zu kommen.
In typischer Douglas Adams Manier erfährt man außerdem, dass man Cola-Automaten nicht trauen darf, dass es bei der Veröffentlichung eines Buches nicht auf dessen Inhalt sondern vielmehr auf den harmonischen Klang des Autorennamens ankommt und dass sich die nicht genutzten 90% des menschlichen Gehirns perfekt zur Aufbewahrung von Pinguinen eignen würden.
Der Witz und die Logik von Adams sind halt einfach unschlagbar und das Buch ist jedem zu empfehlen, der einfach mal abschalten, ablachen und sich gut unterhalten lassen möchte.
Geschrieben von: Iris Hoffmann








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