Mein Leben ist kein Kartenspiel
Gut, dass mein Leben etwas anders verläuft als das von Ed.
Ed Kennedy wird von jetzt auf gleich in einen Banküberfall verwickelt und genau ab diesem Moment verändert sich sein Leben. Bisher verlief es eher langsam, sogar sehr zäh und so geschmacklos wie ein alter Kaugummi. Ed ist noch nicht wirklich lange volljährig, spielt gern Karten mit seinen drei Freunden, fährt Taxi, hat keine Ausbildung und keine Freundin. Was er allerdings hat, ist einen mehr oder weniger treuen Weggefährten, Türsteher. Dieser trinkt gern Kaffee und sabbert, was das Zeug hält, und ist das ganze Gegenteil von einem aufmerksamen Wachhund.
Edgar Street 45, Mitternacht; Harrison Avenue 13, 18 Uhr; Macedoni Street 6, 5.30 morgens.
Die erste Botschaft findet Ed auf einer Karo-Ass Karte in seinem Briefkasten. Ohne Hinweis, ohne Bedienungsanleitung, nur diese Karte mit drei Notizen.
Er begibt sich Mitternacht zur ersten Adresse und beginnt erstmalig seinen Alltagstrott zu unterbrechen.
Endlich. Sein eingleisiges Leben wird mehrgleisig. Ed fängt an sich zu drehen, wird mutiger, wagt Schritte in unbekanntes Terrain und findet sogar Spaß daran. Er läuft nun nicht mehr mit geschlossenen Augen durch das Leben, sondern beginnt sein Umfeld wahrzunehmen und wird durch die Spielkarten gezielt gleitet.
Vier Karten sollen Eds Leben ändern, vier Karten überbringen ihm die Erkenntnis mit AHA-Effekt.
Kurze prägnatne Sätze sind langweilig ? Ohne Botschaften ? Ohne Spannung ?
Aber nicht bei Markus Zusak.
Im “Joker” werden leblose Spielkarten mit realem Leben durch Ed Kennedy verknüpft. Der Protagonist lässt sich auf ein noch nie zuvor erlebtes Abenteuer ein und gewinnt in diesem doch nicht ganz ungefährlichen Spiel allerhand Begleiter.
Obendrein ist dieses Buch nicht nur spannend, sondern überzeugt mit dem nötigen Ernst und dem nötigen Spaß und vor allem mit einer Botschaft, die Spuren hinterlässt.
Ed, ich glaube, ich habe dir gestern gegenüber gestanden.
©Bianca Raum







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