Die Liebeserklärung eines Vaters an seinen Sohn.
Anders kann man dieses Meisterwerk fast gar nicht betiteln. Schon die ersten Seiten haben in mir verschiedenste Gefühle ausgelöst. Von Trennungsschmerz über Zuneigung zu Hass und Liebe.
David Gilmour´s Sohn Jesse hat keine Lust mehr auf die Schule. Generell ist er eher lustlos und hat kein Lebensziel vor den Augen. David bietet ihm nachdem ewig über Hausaufgaben und Schule diskutiert wurde an, die Schule zu schmeißen. Unter der Bedingung: Jesse soll sich die Zeit nehmen und mit ihm drei Filme pro Woche ansehen und auf jeden Fall keine Drogen konsumieren! Eigentlich ein leichtes Spiel, doch für Jesse mit seinem schwierigem Charakter bzw. seiner mangelhaften Konzentration eine Herausforderung. Doch er willigt ein und die erste Woche vor dem Fernseher beginnt. David will seinen Sohn nun auf seine Weise ausbilden und hat die Filme die er seinem Sohn zeigen möchte, sorgsam ausgewählt.
„Sie küssten und sie schlugen ihn“, „Basic Instinct“, „Showgirls“, „Die Faust im Nacken“ und „Frühstück bei Tiffany“ sind ein Auszug aus der breitgefächerten Filmsammlung. Vater und Sohn kommen sich immer näher und werden so gute Freunde, dass Jesse sogar seine verzwickten Liebesleben darlegt. Doch mit der Zeit fehlt Jesse die Konzentration für die Filme und er trifft auf Freunde, die keine wirklichen Freunde sind.
Ein Roman der Eltern wie auch Jugendliche anspricht, denn in diesen hunderten von Stunden Filmclub, wurden Türen zu allen möglichen Gesprächsthemen geöffnet. Der Leser sitzt praktisch neben den beiden und kann sich sehr gut in David wie auch in Jesse Gilmour versetzten, sie erleben und an dieser wirklich besonderen Beziehung teilhaben. Nebenbei lernt man sehr viel über Filme, deren Dreh, Hintergründe, Regisseure und wichtige Filmszenen. Wirklich beachtlich wie er diese Jahre mit seinem Filmkritikerwissen gestaltet hat und so seinen Sohn beeinflussen konnte, sich ein Ziel zu setzten. Auch vor Davids Frau kann man den Hut ziehen, sie hat das Experiment unterstützt und eine ruhige Position im Hintergrund eingenommen.
Ich habe zwischendurch mit der Gänsehaut und einem Kloß im Hals zu kämpfen gehabt, da doch einige Grenzsituationen waren wo mir David aber auch Jesse ziemlich Leid taten. Auch war das Ende überhaupt nicht vorhersehbar. Mir wurde immer wieder bewusst, dass dieser Roman WAHR und keine Geschichte ist.
Geschrieben von R,B








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