Er wächst einem schon ans Herz, der Herr Holm. Aber beileibe nicht als Mann, denn es wäre der Albtraum einer jeden Frau, einen solchen Partner zu haben. Doch als liebenswerter Sonderling kann er sich durchaus in die Herzen der Leserinnen schleichen.
Nach einem gescheiterten Beziehungsversuch, an dem wir in Matthias Keidtels vorherigem Roman „Ein Mann wie Holm“ teilhaben konnten, wohnt der inzwischen 38-jährige Felix wieder bei seinen Eltern.
Unter dem von seinem Poster immer tadelnder werdenden Blick Reinhard Meys, der seit Jahren mit Holm das Kinderzimmer teilt, übt sich dieser in süßem Nichtstun.
Bis…. Ja- bis Felix Holm eines Tages die zündende Idee hat, den elterlichen Garten in das Epizentrum seines weltweiten Reinhard Mey- Rosenhandels zu verwandeln. Seine von Westberlin ausgehende Reise nach Frankreich, sozusagen zur Wiege von Reinhard Meys Rosensamen, endet durch widrige Umstände in Ostberlin. Und hier darf der Leser Herrn Holm auf seinem steinigen Weg des Erwachsenwerdens begleiten. In einer spätpubertären Phase mutiert der 38-Jährige von einem unsicheren, naiven Nichtsnutz zu einem pedantisch-spießigen Macho und schreckt sogar nicht davor zurück, als späte Rebellion gegen seinen Vater Cola zu trinken, auf der Straße Jeans zu tragen, tagsüber Alkohol zu konsumieren und sich in eine Bardame zu verlieben.
Nach 368 Seiten schließe ich den Roman. Mit Bedauern, dass er zu Ende ist, mit einem Lächeln auf den Lippen und mit dem beruhigenden Wissen, dass der letzte Teil der Trilogie um Herrn Holm bereits in Arbeit ist. Es wird also ein Wiedersehen geben. Ich freue mich darauf!
Der 1967 geborene und in Berlin lebende Matthias Keidtel versteht es, seinen Lesern kurzweilige und eloquente Unterhaltung zu bieten. Der Autor besticht durch seinen Wortwitz und die teilweise skurrilen Situationen.
Fazit: Ein durchweg lesenswerter Roman!
Geschrieben von:
Beate W.








Kommentar schreiben