Laut Buchbeschreibung hat Christian Mørk mit „Darling Jim“ einen „einzigartigen psychologischen Thriller“ geschrieben und der Anfang deutet auch auf genau das hin: In Malahide, einem irischen Dorf, findet der Briefträger Desmond drei grausam zugerichtete Leichen, zwei junge Schwestern und ihre Tante. Die Polizei ist nicht in der Lage, das Rätsel um ihren Tod zu lüften, aber wenig später findet ein weiterer Briefträger, Niall, in der Post das Tagebuch einer der beiden jungen Frauen. Dieses wurde offenbar bis kurz vor ihrem Tod geschrieben und erklärt zumindest teilweise, was geschehen ist. Niall macht sich auf Spurensuche und versucht, den Hergang des tödlichen Dramas zu klären, in dem offenbar eine weitere Person, Jim Quick, genannt Darling Jim und ein charismatischer Geschichtenerzähler, eine Rolle spielt.
So weit so gut, leider besteht nach diesen einleitenden Kapiteln, die wirklich Spannung erzeugen, ein Großteil des weiteren Buches aus den Tagebüchern der Schwestern (ja, auch die andere Schwester hat dankenswerterweise Tagebuch geführt) und dabei bleibt die Spannung völlig auf der Strecke. Da man ja bereits das Ende des Dramas kennt, ist die Geschichte ziemlich vorhersehbar und ohne Wendungen. Die Figuren bleiben blass und blutleer, sowohl mit den Schwestern Roísín und Fiona als auch mit Jim kann man sich weder anfreunden noch gar identifizieren. Selbst Niall, der mit seinen Nachforschungen ja eigentlich ein Handlungsträger sein sollte, bleibt immer irgendwie im Hintergrund.
Parallel zur Handlung in der Handlung wird dann noch in langen Abschnitten ein von Jim in den örtlichen Pubs erzähltes Märchen wiedergegeben. Ganz am Ende versucht Christian Mørk dann, dieses Märchen, in dem es vor Prinzessinnen, Prinzen und Wölfen nur so wimmelt, mit der Realität zu verknüpfen. Auch das gelingt ihm so gar nicht und lässt mich als Leser endgültig enttäuscht zurück. Jeder Columbo-Film setzt da die Idee von „Ich-kenne-den-Mörder-schon-von-Anfang-an“ deutlich pfiffiger um!
Geschrieben von:
Eva








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