
Das verlorene Symbol von Dan Brown ist der neue Roman rund um den Symbologen Robert Langdon.
Nachdem Robert Langdon aus Paris zurück gekehrt war und sich etwas ausruhen konnte, bekam er einen Anruf von seinem Freund Peter Solomon, welcher ihn für eine Lesung in das Kapitol nach Washingotn D.C. bestellt. Robert nimmt schweren Herzens diese Aufgabe an und nimmt sofort das nächste Flugzeug nach Washington. Dort angekommen holt ihn ein Chauffer ab und bringt ihm auf direkten Wege zum Kapitol. Im Kapitol erwartet Robert etwas ganz anderes, als er gedacht hatte. Ein leerer Saal. Er fragt sich wo seine Studenten sind und ruft Peter erneut an. Robert erfährt, das Peter entführt wurde und tief in der Klemme steckt. Der einzige der ihn befreien kann ist Robert Langdon.
Der neue Dan Brown hat ein wenig zu viel versprochen. Wenn ich Dan Brown höre, denke ich sofort and die Illuminati, Kryptexe, Paris, Rom, London, Robert Langdon und Rätsel. Ich habe mich richtig gefreut, als ich hörte, dass das neue Buch “Das verlorene Symbol” bald erscheinen wird und habe alles daran gegeben mir ein Exemplar davon zu besorgen. Als ich es dann hatte, habe ich sofort angefangen zu Lesen und war ein wenig enttäuscht.
Diesmal fand ich die Stadt, in der das Ganze spielt nicht sehr ansprechend, jedoch nicht total unpassend. Ich denke jedoch, dass die europäischen Hauptstädte mehr Geheimnisse birgen als die Hauptstad der USA.
Zu der Geschichte selbst muss ich sagen, dass sie wirklich gut recherchiert wurde und ich denke, dass man in diesem Buch auch viel lernen kann, wie in jedem Dan Brown Buch. Ich finde, dass die Partnerin von Langdon diesmal jedoch total unsympathisch und unpassend ist. Was mir diesmal auch gefällt ist, dass zwischen drei verschiedenen Geschichten hin und her gesprungen wird, welche dann am Ende dann doch zusammen gehören.
Der Schreibstil ist wie immer wirklich klasse und ich konnte mich wirklich gut in die Charaktere und Umgebungen hineinversetzten. Dies könnte jedoch daran liegen, dass ich ungefähr weiß, wie es in Washington aussieht. Alles in allem ein guter Roman, welcher nach meiner Meinunge zu groß angepriesen wurde, da er nichts anderes ist, als die anderen beiden Bücher von Mr. Brown
© Kevin Herhut







Fiktion und Wirklichkeit
Weil ich einerseits selbst Freimaurer bin und weil ich mich andererseits auch mit den antiken Mysterien beschäftige, werde ich im Bekanntenkreis immer wieder auf die Bücher von Dan Brown angesprochen oder mit irgendwelchen Vorstellungen konfrontiert, die aus diesen Büchern stammen. Deshalb habe ich mir den neuen Roman „Das verlorene Symbol“ etwas genauer angeschaut, um mir selbst ein Urteil über dieses Buch bilden zu können.
Die Handlung läuft nach einem ganz ähnlichen Schema wie auch schon bei den früheren Romanen Illuminati und Sakrileg: Auch diesmal gerät der Symbolik-Professor Robert Langdon wieder in eine sehr turbulente Handlung und löst die Probleme, indem er viele verborgene Hinweise nacheinander entschlüsselt.
Nach meinen Erfahrungen mit Illuminiati und Sakrileg (die zwar gut gemacht sind, aber völlig frei erfunden) hatte ich nun erwartet, dass Dan Brown die üblichen Verschwörungstheorien und -phantasien aufgreifen würde. Beim Lesen war ich jedoch positiv überrascht, dass genau das nicht der Fall ist. Vieles von dem, was die Hauptfigur Robert Langdon über die Freimaurerei sagt, könnte durchaus auch in ähnlicher Form auf der Homepage einer Freimaurereloge stehen. Möglicherweise hat der Autor seine Informationen über die Freimaurerei auch genau auf diese Weise erhalten.
Bei den beschriebenen Ritualen gibt es jedoch einige Übertreibungen und Andeutungen, die nicht der Realität entsprechen, die jedoch für den Handlungsaufbau des Romans von entscheidender Bedeutung sind. Der Bösewicht Mal’akh versucht beispielsweise, die Freimaurer zu erpressen, indem er kompromittierende Szenen aus unterschiedlichen Ritualen zu einem Film zusammenschneidet, wobei auch hochrangige Politiker zu erkennen sind, die an diesen Ritualen teilnehmen. Diese Erpressung ist der eigentliche Grund, warum der Geheimdienst an dieser Geschichte beteiligt ist, nämlich um die Regierung vor den Gefahren zu beschützen, die eine solche Veröffentlichung hätte. Tatsächlich findet jedoch bei den freimaurerischen Ritualen überhaupt nichts statt, was in irgendeiner Form ehrenrührig oder kompromittierend wäre. Und weil die Freimaurerei in den Vereinigten Staaten sehr viel populärer ist als in Deutschland, würde es dort auch niemanden überraschen, dass viele bekannte Persönlichkeiten Freimaurerlogen angehören. Ein solcher Mitschnitt von freimaurerischen Ritualen könnte also niemals die öffentliche Ordnung gefährden, und deshalb wäre es auch sehr unwahrscheinlich, dass der Geheimdienst in einer derart heftigen Form eingreift.
Dan Brown beschreibt weiterhin einen Zusammenhang zwischen den alten Mysterien und der modernen Freimaurerei, der auch nicht mehr so hundertprozentig der heutigen Realität entspricht. Es gibt zwar einzelne Freimaurer, die diesen Zusammenhang sehen und die sich mit beiden Themen beschäftigen, aber ein Großteil der Freimaurer ist eher humanistisch-aufklärerisch orientiert und hat dementsprechend eine eher distanzierte Einstellung zu den religiösen, spirituellen, esoterischen und mystischen Themen. Deshalb kann es einem auch passieren, dass manche Freimaurer sehr ausweichend und ablehnend reagieren, wenn man sie auf die Geheimnisse der alten Mysterien anspricht. Das eigentliche Geheimnis der Freimaurerei liegt nicht in den alten Überlieferungen sondern in der Wirkung, die sie in uns entfaltet.
Gegen Ende des Buches gibt es noch einige interessante Aussagen über die alten Mysterien, die man zwar nicht notwendigerweise im freimaurerischen Kontext interpretieren sollte, die aber unabhängig davon trotzdem wahr sind, z.B. die Behauptung von Katherine Solomon: „Wenn du die kryptischen Gleichnisse in der Bibel erst verstehst, wirst du erkennen, dass sie eine Studie des menschlichen Geistes ist.“ Wenn jedoch behauptet wird, dass einige der beschriebenen Wunder mit diesem Wissen nur noch eine Frage des Wollens sind, dann kann ich dieser Schlussfolgerung nicht mehr zustimmen. Dieser Sprung ist auch für mich zu weit (um mal eine Formulierung von Robert Langdon aufzugreifen). Wenn man tatsächlich die kryptischen Gleichnisse der Bibel versteht, dann kann man nämlich erkennen, dass auch die beschriebenen Wunder solche kryptischen Gleichnisse sind – und das führt zu ganz anderen Schlussfolgerungen.
In Dan Browns Roman werden die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit sehr stark vermischt. Ein unvorbereiteter Leser wird deshalb nur sehr schwer erkennen können, wo die Wahrheit aufhört und wo die Fiktion beginnt.
Falls sich jemand dafür interessiert, welche realen Fakten dieser Fiktion zugrunde liegen und worum es den Freimaurern tatsächlich geht, dann kann ich folgende Sachbücher empfehlen:
- „Freimaurer in 60 Minuten“ von Philip Militz und Jonathan Byron
- „Freimaurer für Dummies“ von Christopher Hodapp und Hartmut Strahl
Bitte nicht vom flapsigen Titel irritieren lassen. Das Buch ist wirklich sehr informativ.
Wer noch mehr über die Freimaurerei erfahren möchte, der sollte einfach mal einen öffentlichen Vortrag oder einen Gästeabend in einer Freimaurerloge besuchen. Die meisten Logen geben diese Termine auf ihrer Homepage bekannt oder man erfährt dort zumindest eine eMail-Adresse, wo man gezielt nach solchen Terminen fragen kann. Man sollte aber berücksichtigen, dass bei manchen Gästeabenden auch Vorträge über ganz andere Themen gehalten werden. Bei öffentlichen Vorträgen kann man übrigens auch als Frau teilnehmen und darüber hinaus gibt es auch einige Frauen-Logen für Freimaurerinnen.
Falls sich jemand für die alten Mysterien interessiert, so möchte ich auch noch auf das Buch „Mysterienschulen“ von Konrad Dietzfelbinger hinweisen. Was die „kryptischen Gleichnisse“ in der Bibel betrifft, so werden die entsprechenden Grundlagen und Methoden sehr gut und in einer ungewöhnlich klaren Form in dem Buch „Blicke in eine andere Wirklichkeit“ von Elias Erdmann beschrieben.