Schauplatz des Romans von Christoph Marzi, “Heaven - Stadt der Feen”, ist wieder einmal London.
Freema Mirrlees, genannt Heaven, ist Vollwaise. Ihre Mutter starb bei ihrer Geburt, ihr Vater, zu Lebzeiten ein recht reicher Unternehmer, vor einigen Jahren bei einem Unfall und das Mädchen lebt seither allein auf einem Boot. In einer kalten Winternacht, die sie mit der Beobachtung des Sternenhimmels über London verbringen wollte, wird sie von zwei Männern überfallen, die ihr das Herz herausschneiden. Doch sie kann seltsamerweise weiterleben und fliehen, muß allerdings ihren Körper kühl halten, wie sich bald herausstellen wird.
Der zweite Protagonist von Marzis wundervollem, fantastischen Roman ist David Pettyfer, der von Cardiff, wo er aufwuchs, ausgerissen ist und seither in London bei einer alten Dame, Miss Trodwood, unterkam, die die gemütliche Buchhandlung “The Owl and the Pussycat” besitzt. Für seine Chefin muß David des öfteren auch nächtliche Botengänge erledigen, wofür er am liebsten den Weg über die Dächer von London benutzt, wo er sich eine zeitlang von allen Sorgen und Problemen frei fühlen kann. Dort treffen die beiden Hauptpersonen des Romans auch zusammen.
Bald sind sie gemeinsam auf der Flucht vor den Häschern, die offensichtlich mit Heavens Herz noch nicht alles erbeutet haben, was sie suchten und es wird klar, dass die beiden jungen Leute sich in einem geheimnisvollen Abenteuer befinden, wo sie nicht nur herausfinden müssen, wer Heaven eigentlich ist und warum man ihr so nachstellt, sondern auch, was das alles mit dem Sternenhimmel über London zu tun hat, dem ein großes Stück fehlt, seit ein Komet vor 18 Jahren eben dort seine Bahn zog.
Christoph Marzis Erzählstil ist meiner Meinung nach einzigartig. Die Protagonisten sind liebevoll gezeichnet, die Geschichten, die er schreibt, sind dichtgepackt und ziehen den Leser mit ihrem atmosphärisch wundervoll gestaltetem Ambiente sofort in den Bann, sind unvorhersehbar und immer mit einem guten Gespür für Humor geschrieben. Kurzum, Christoph Marzi gehört für mich zu den besten deutschen Autoren, die es gibt und ich persönlich hoffe, dass ihm die Ideen für weitere Romane nie ausgehen werden und er seine Leser noch oft mit tollen Büchern erfreuen wird.
Iris Hoffmann








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