Die 16jährige Jasmin Auweiler wird, sehr zu ihrem Ärger, von ihren Eltern, die beide engagierte Ärzte sind, kurz vor ihrem Abitur, aus ihrer gewohnten Lebensumständen und Freundeskreis gerissen und zieht mit ihren Eltern wegen deren Arbeit ein Jahr nach Bogotá, Kolumbien.
Dort bewohnen sie ein komfortables Anwesen mit Dienstpersonal, Jasmin besucht eine deutsche Schule, an der sie nun auch spanisch lernt und ihre Eltern verbieten ihr zwar nicht, das normale Leben der Bevölkerung Kolumbiens kennen zu lernen, warnen sie aber eindringlich davor, die Gefahren für sie in diesem südamerikanischen Land zu unterschätzen.
In der deutschen Schule lernt Jasmin denn auch nur die Kinder der privilegierteren Schicht Kolumbiens kennen, z.B. Elena Perea, die Tochter eines schwerreichen und, wie sich noch herausstellen soll, skrupellosen Smaragdminenbesitzers. Ganz generell lernt Jasmin in diesem Land krassere Gegensätze kennen als in Deutschland. Elena gehört zur reichsten, einflußreichen Gesellschaftsschicht in Kolumbien und wartet mit allen entsprechenden Vorurteilen ihrer Gesellschaftsklasse auf.
Die ärmere Gesellschaftsschicht und -kultur lernt Jasmin durch den Indio Damián Dagua und dessen Umfeld kennen. Ein Freund von Jasmin hatte ihr eine Uhr geschenkt zum Zeichen, dass sie durch diese Uhr ja quasi gezwungen sei, wieder nach Konstanz in Deutschland zurück zu kommen, um sie ihm wieder zu bringen. Sie sollte ihr helfen, mit Hoffnung in die Zukunft zu blicken. Doch ausgerechnet diese Uhr wird ihr gleich zu Beginn durch ein Äffchen gestohlen und von Jasmin natürlich heiß wieder zurück begehrt. Dadurch und die nachfolgenden Ereignisse, von denen ich hier nicht allzu viel erzählen will, um die auch sehr spannende Geschichte nicht vorweg zu nehmen, lernt sie Damián kennen und schätzen.
Wunderbar gibt die Autorin gute Einblicke in das Leben in Kolumbien, die sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse, die starken Kontraste zwischen Arm und Reich und auch die politischen Konflikte verständlich für Jugendliche wieder und man merkt dem Buch nicht nur die Liebe zu diesem Land sondern auch das umfassende Wissen der Autorin an.
Sehr schön eingebettet in den Roman finde ich die beginnende Liebesgeschichte zwischen Jasmin und dem Indio Damián Dagua, der Jasmin an Lebenserfahrung und -zielen einiges voraus hat. Er arbeitet als Gärtnergehilfe auf dem Anwesen von Jasmins Eltern, als Hausmeistergehilfe an ihrer Schule und hat bereits große Pläne und Ziele, die er in seinem Leben verwirklichen möchte. Er möchte nämlich eine Universität in seiner Heimat gründen und irgendwann Präsident werden möchte. Die beiden jungen Leute haben also einiges an Hürden vor sich, bevor sie zusammenkommen können.
Kurzum, es gibt in diesem guten Jugendbuch, das man auch als Erwachsener nicht zu lesen versäumen sollte, recht viel Interessantes, Aufregendes und Spannendes zu entdecken und mit zu erleben und der Blick über den eigenen Weltbild-Tellerrand lohnt es wirklich allemal.
Empfehlenswert!
Iris Hoffmann








Kommentar schreiben