Charlotte Thomas, alias Eva Völler, entführt uns in ihrem bereits dritten Roman erneut nach Italien, diesmal in das 16.Jahrhundert und es wütet die Pest unter der Bevölkerung Venedigs.
Auch Cintia, die Tochter eines bedeutenden Seidenwebers, bleibt kurz vor ihrer Vermählung mit dem angesehenen Patriziersohn Gregorio nicht davon verschont und wird auf die Seucheninsel vor den Stadttoren gebracht. Sie überlebt die Krankheit und kann mit ihrer Cousine und der Hilfe von Gregorios Bruder Niccolo, der ihr heimlich zugetan ist, von der Insel fliehen, sieht sich aber schier unlösbaren Problemen gegenüber: durch ihre habgierigen, intriganten Verwandten ist ihr Erbe und ihre Heirat mit Gregorio bedroht und sie soll, da sie noch nicht volljährig ist, einen Vormund oktroyiert bekommen.
Da ist die Vernunftheirat mit dem Schiffsbauer Paolo der einzige Ausweg und Charlotte Thomas lässt uns Leser die beiden Eheleute und ihre Bewährung im Leben über fünf Jahre begleiten. Wir dürfen auf über 900 Seiten, von denen nicht eine langweilig oder überflüssig ist, am Wachsen der Beziehung und des Selbstbewusstseins des jungen Paares teilhaben und miterleben, wie sie sich Intrigen und Lügen erwehren und sich ihren Platz im Leben behaupten.
Alle Protagonisten sowie die Nebenfiguren sind von der Autorin sehr lebendig, für den Leser zum Glück oft auch unvorhersehbar und unkalkulierbar und detailliert ausgearbeitet, ihre Landschaftsbeschreibungen und die Einbettung historischer Fakten zeugen von der hohen Professionalität der Autorin und der Leser fühlt sich in die interessante fiktive Liebesgeschichte gut mit einbezogen und perfekt unterhalten.
Wer also gute, dicke, spannende, zum Mitfiebern , wie’s weitergeht auffordernde, historisch umrahmte Belletristik liebt, der ist bei Charlotte Thomas Romanen bestens aufgehoben.
Ich jedenfalls habe mich hervorragend unterhalten gefühlt.
Iris Hoffmann








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