Dieses Buch von Catherine Fischer beinhaltet in der deutschen Übersetzung gleich eine ganze Trilogie und dementsprechend lautet auch der Originaltitel: “The Snow-Walker Trilogy”, da es sich im englischsprachigen ursprünglich mal um drei einzelne Bücher handelte.
Das Buchcover ist sehr anziehend und stimmungsvoll gestaltet und paßt auch wunderbar zur Fantasy-Geschichte selbst.
Aber kurz zum Inhalt:
Die Handlung spielt in einer Welt, die der unsrigen ähnelt, allerdings sehr sehr weit im Norden. Dort leben die Schneewanderer ziemlich abgeschottet vom Rest der Bevölkerung, jenseits der Regenbogenbrücke, die in dieses Land führt, in ein Gebiet ewigen Schnees und einer Kälte, die kein anderes Lebewesen ertragen kann. Sie sind alle magiebegabt und um sie ranken sich viele seltsame Geschichten.
Eine dieser Schneewanderer, eine Frau, lebt allerdings diesseits der Regenbogenbrücke und übt auf den König Jarl Ragnar als seine Ehefrau Gudrun in der düsteren Jarlsfestung seit Jahren ihren unguten Einfluß auf dessen Regierung und Volk aus. Eigentlich stellten bisher immer die Leute aus dem Geschlecht der Wölflinge den Jarl, den König, aber Gudruns Intrigen und ihre Machenschaften haben Ragnar das Königsamt verschafft und sie ist weiterhin dabei, mit der Macht der Runen die Völker des Jarls zu unterwerfen und ihre Gegner einen nach dem anderen auszuschalten, weil ihr Ehemann längst nicht mehr genug Energie und Selbstbewußtsein hat, um sich jetzt noch dagegen aufzulehnen.
Jessa und ihr Cousin Thorkil, Kinder von Jarls ehemaligen Gegnern, die er schon ausgeschaltet hat, wuchsen zunächst in der Jarlsfeste auf, werden aber auf Gudruns Betreiben in die Stadt Thrasirshall in der Nähe des Eisenwaldes verbannt, als sie älter und für Gudrun zu gefährlich werden.
Dort befindet sich allerdings auch der Sohn Gudruns und Ragnars, Kari, um den sich ebenso viele Mysterien ranken wie um seine Mutter. Ja, eigentlich weiß sogar Ragnar als sein Vater gar nicht selbst, was für eine Kreatur er eigentlich gezeugt hat und gibt Jessa heimlich eine Botschaft an Brochael mit, der sich um Kari bisher gekümmert hatte.
Auf Jessa und Thorkil warten also eine Menge Probleme und Fragen, die zu lösen sind: Was für ein Wesen ist Kari wirklich? Was hat es mit der Legende der Seelendiebe auf sich? Wie kann man Gudruns Herrschaft beenden und was hat die Prophezeiung zu bedeuten, die ihr Spiegelbild betrifft?
Schlachten, Action und Blutgespritze wird man in diesem Buch wenig bis kaum finden und obwohl die Geschichte ab und zu ein wenig mit nordischer Mythologie zu tun zu haben scheint, wird man vergeblich nach Parallelen dazu suchen. Geschrieben und vom Verlag empfohlen wurde es für Jugendliche, aber - wie bei jedem Buch - kommt es einfach immer darauf an, ob man sich als Leser vorbehaltlos und erwartungshaltungslos auf ein Buch einläßt. Nur dann kann man sowieso meiner Meinung nach eine Geschichte als eine solche erst richtig geniessen ohne vorab zu urteilen.
Mir hat das Buch gefallen, weil es mehr um Freundschaft, Anderssein und Akzeptanz von Andersartigem geht und nicht einfach wie so oft um Gut gegen Böse. Ein stimmungsvolles Buch mit einer guten Geschichte, die sehr gut an langen, kuscheligen Leseabenden genossen werden kann.
Iris Hoffmann








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