Alberto Torres Blandina hat uns mit dem Roman “Salvador und der Club der unerhörten Wünsche” ein ganz bezauberndes Stück Literatur geschenkt. Schaut man auf die Informationen über den Autor auf dem Buchcover und betrachtet sein Foto, stellt man auch sehr schnell fest, dass der junge Mann auch wohl selbst den Schalk in den Augen trägt, ebenso wie sein äußerst liebenswerter Protagonist Salvador.
Salvador ist nach seiner eigenen Aussage Putzmann auf dem Flughafen, fegt seit dreißig Jahren schon die Flughafenhalle und ist zufrieden mit seinem Leben. Seine Frau Leonore ist schon seit ein paar Jahren tot und Salvador kümmert sich sowohl um die anderen Angestellten im Flughafengebäude als auch um viele Reisende. Im Stil der irischen oder arabischen Geschichtenerzähler hat er für jeden lustige, nachdenklich machende, romantische und skurrile Geschichten parat. Senorita Juana vom Kiosk, die er damit sogar in liebenswürdiger Weise umwirbt, bekommt genau so ihre auf sie persönlich zugeschnittenen Geschichten von ihm, wie der Aussteiger, der nach Indien fliegen will und bei dem Salvador auch nicht vor einem liebevollen Verkupplungsversuch mit einer netten Stewardess zurückschreckt.
Denn Savador kennt und liebt eben das Leben, die Liebe, die Menschen und die Phantasie und ist der festen Ansicht, ein Flughafen ist eine Art Zwischenstation, ein Niemandsland, wo einfach alles möglich ist. Schließlich gibt es dort einfach alles: Menschen, die gerade im Aufbruch in ein neues Leben oder auch nur ein anderes Land sind - und seien wir doch mal ehrlich: dass es Japan gar nicht wirklich gibt, fotografierende japanische Gruppen und Sushi lediglich ein Werbegag sind - vermuteten wir das nicht alle schon? Egal, ob Menschen also im Flughafenterminal ankommen oder auf ihren Abflug warten, Salvador mit seinem Besen ist der bodenständige Teil, der mit viel Humor und Witz und seiner lebenslangen Erfahrung und Menschenkenntnis seine Gedanken fliegen läßt und jeden dabei mitnimmt, der ihm zuhört. Denn wie er selbst sagt: (Zitat) “Ganz einfach. Reiseziele sind wie Frisuren, Schuhe … oder Ehepartner. Wir suchen uns die aus, die am besten zu uns passen.” (Zitatende).
Dieses Buch nimmt man in die Hand, taucht ein in die vielen herzerfrischenden Episoden, genießt es in einem Rutsch und fühlt sich wunderbar unterhalten und reich beschenkt von diesem ideenreichen Autor. Hoffentlich schreibt er noch viele solcher Kleinode der Literatur.
Iris Hoffmann








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